Leitbild

Leitbild der Fachklinik Weibersbrunn und ihre Außenstellen

Präambel

Träger der Fachklinik Weibersbrunn ist Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. mit Sitz in Schwalmstadt.

Die Fachklinik Weibersbrunn ist eine medizinische Rehabilitationseinrichtung, in der bis zu 60 alkohol-, medikamenten- oder mehrfachabhängige erwachsene Frauen und Männer stationär behandelt werden. Unsere Patienten leiden neben der Suchterkrankung häufig auch an anderen psychiatrischen Störungen und an körperlichen Erkrankungen.

Unser Konzept basiert auf einem integrativen Behandlungsansatz, in dem sich psychotherapeutische Gruppen- und Einzeltherapie, ärztliche und pflegerische Behandlungsmaßnahmen, Arbeits- und Ergotherapie sowie zusätzliche indikative Gruppentherapieangebote ergänzen. Das Konzept integriert systemisch-lösungsorientierte, tiefenpsychologisch fundierte und verhaltenstherapeutische Ansätze.

Angehörigenarbeit sowie die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen stellen weitere Schwerpunkte unserer Arbeit dar.

Der Fachklinik Weibersbrunn zugeordnet sind die Adaptionseinrichtung „Haus am Schneeberg“ (zur beruflichen und sozialen Wiedereingliederung), sowie die Fachambulanzen in Würzburg und Aschaffenburg.

In unserem Leitbild formulieren wir als Mitarbeiter der Fachklinik Weibersbrunn und der zugeordneten Einrichtungen unseren Anspruch an uns. Es soll unser Handeln leiten, indem es die anzustrebende Richtung vorgibt. Wir überprüfen unser Handeln und unser Arbeitsumfeld auf Übereinstimmung mit dem Leitbild. Da wir uns in einem ständigen Veränderungsprozess befinden, reflektieren wir die Aussagen des Leitbildes regelmäßig.

Unser Menschenbild

Jeder Mensch ist aufgrund seiner Existenz ein schützenswertes Individuum. Darin begründet sich die unantastbare Würde jedes Menschen, unabhängig von seiner physischen oder psychischen Verfassung, seiner Religion oder Weltanschauung, seiner ethnischen oder sozialen Herkunft.

Akzeptanz suchtkranker Menschen

Unser Anliegen ist, eine größere Akzeptanz suchtkranker Menschen zu erreichen. Die Menschen, die wegen ihres Suchtproblems eine Behandlung in unseren Einrichtungen suchen, stehen mitten in unserer Gesellschaft. Sie nehmen soziale, familiäre und berufliche Aufgaben wahr. Im Unterschied zu nicht betroffenen Mitbürgern hat ihr Konsumverhalten eine Eigendynamik entwickelt, die behandlungsbedürftige körperliche, seelische und soziale Schäden nach sich gezogen hat. Diese Menschen haben einen Anspruch auf eine medizinisch und psycho-sozial orientierte Behandlung.

Soziale Verantwortung

Wir sehen die Therapie suchtkranker Menschen und die Bereitstellung geeigneter Einrichtungen als wesentliche Aufgabe unserer Gesellschaft an. Auf dieser Basis arbeiten wir mit anderen sozialen Organisationen und Diensten zusammen.

Kooperation mit Institutionen

Basis für unsere Arbeit sind die Anforderungen der Leistungsträger der Suchtbehandlung. Mit den gesetzlichen Rentenversicherungen, den Krankenkassen und Sozialhilfeträgern arbeiten wir im Interesse der Hilfe Suchenden partnerschaftlich zusammen. Die Kooperation umfasst alle Institutionen, mit denen eine fachliche oder fallbezogene Abstimmung erforderlich ist. Hierbei kommt den Suchtberatungsstellen, den Kliniken mit suchtspezifischem Angebot und den Selbsthilfegruppen eine zentrale Bedeutung zu.

Wir erbringen Leistungen zur Teilhabe

Ziel unserer Arbeit ist, die persönliche Entwicklung unserer Patienten zu fördern und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Wir wollen eine selbständige und selbstbestimmte Lebensführung erreichen. Die Teilhabe am Arbeitsleben wollen wir dauerhaft sichern oder wiederherstellen. Bei nicht mehr erwerbstätigen Patienten möchten wir die Lebensqualität steigern und eine erhöhte Pflegebedürftigkeit abwenden.

Unsere Grundorientierung

Wir behandeln suchtkranke Menschen kompetent und auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Unser Verhalten ist verbindlich, unsere Sprache verständlich. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen, Möglichkeiten und Grenzen unserer Patienten.

Wir bieten Beratung, Betreuung und Therapie nach dem Grundsatz der "Hilfe zur Selbsthilfe" an. Dabei unterstützen wir die Menschen bei der Entwicklung eigener Lebenskonzepte und in ihrem persönlichen Veränderungsprozess. Allgemein gültige Therapieziele können wir nur begrenzt aufstellen. Wir erarbeiten gemeinsam mit den Hilfe Suchenden individuelle Behandlungs- und Lebensziele. Diese fließen in die Erstellung des Behandlungsplanes ein.

Die spirituelle Dimension des menschlichen Lebens beziehen wir in unsere Behandlung ein. Hierbei respektieren wir die weltanschauliche Grundhaltung der einzelnen Menschen.

Eine Atmosphäre der Wertschätzung

Die Atmosphäre in unseren Einrichtungen ist geprägt von einer respektvoll wertschätzenden und einander zugewandten Haltung, die wir sowohl auf Seiten der Hilfe Suchenden als auch der Mitarbeiter fördern.

Mit Respekt vor der Würde, Individualität und Selbstbestimmung jedes Einzelnen erkennen wir die individuellen Bedürfnisse unserer Patienten und ihre persönliche und soziale Entwicklungsfähigkeit an.

Fähigkeiten und Stärken fördern

Wir berücksichtigen und fördern gezielt die vorhandenen psychischen, sozialen und verhaltensbezogenen Ressourcen der Patienten und beschränken unsere Sichtweise nicht auf deren psycho-soziale Defizite.

Deshalb unterstützen wir die Betroffenen dabei, ihre individuellen Fähigkeiten und Stärken besser wahrzunehmen und sie gemäß ihren Möglichkeiten weiter zu entwickeln.

In diesen Lernprozess beziehen wir das soziale Umfeld der Betroffenen, insbesondere ihre Lebenspartner und Familien mit ein.

Arbeitskultur

Wir sind engagiert, entwickeln Eigeninitiative und setzen gemeinsame Ziele um. Wir bemühen uns um Offenheit für andere Standpunkte und sind aufgeschlossen für Veränderungen. Aufrichtigkeit, gegenseitige Wertschätzung, Verständnis und Toleranz sind die Grundlagen unseres Miteinanders. Wir argumentieren sachlich und konstruktiv.

Bei der Gestaltung von Arbeitsstrukturen und -prozessen kommt der Beteiligung der Mitarbeiter eine hohe Bedeutung zu. Dabei ist die Arbeitskultur innerhalb unserer Fachklinik an den Regeln eines partnerschaftlichen Miteinanders aller Berufsgruppen orientiert. Unsere Zusammenarbeit entspricht der Achtung vor der Person und fachlichen Kompetenz eines jeden Mitarbeiters.

Professionalität

Unsere Mitarbeiter streben nach hoher Fachkompetenz und identifizieren sich mit den Grundsätzen unserer Einrichtungen.

Wir investieren in die Mitarbeiterqualifikation. Durch das Erarbeiten und Umsetzen von Qualitätskriterien, durch die Fortbildung der Mitarbeiter, durch kontinuierliche fachliche Supervision und eine ständige Reflexion unserer Arbeit garantieren wir einen hohen Standard unseres fachlichen und personenbezogenen Handelns.

Wir verstehen uns als Repräsentanten unserer Einrichtungen.

Führung

Wir streben einen kooperativen Führungsstil und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf allen Ebenen an. Unsere leitenden Mitarbeiter sind sich ihrer besonderen Verantwortung und Vorbildrolle bewusst und handeln danach. Unser Führungsverständnis fördert und unterstützt Eigenverantwortung und Eigeninitiative. Unsere Zusammenarbeit und die Form unserer Konfliktbewältigung sind geprägt von Offenheit und gegenseitiger Achtung. Interne Entscheidungen sind für alle Beteiligten transparent und nachvollziehbar.

Qualität und Verantwortung

Unser Bestreben ist es, mit den verfügbaren Ressourcen unter ökologischen, wirtschaftlichen Gesichtspunkten einen möglichst großen Nutzen und ein hohes Maß an Qualität zu erreichen.

Für uns wichtig, ist der bewusste und achtsame Umgang mit Energieeffizienz als Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber dem Leben auf der Erde.

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Dieses Leitbild wurde mit den Mitarbeitern der Fachklinik Weibersbrunn, der Adaption „Haus am Schneeberg“, der Aschaffenburger Fachambulanz und der Würzburger Fachambulanz erarbeitet und durch das Leitungsteam im Mai 2009 verabschiedet.